Malen

M

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die nichts malen wollen. Das Problem ist nur, dass man es normalerweise einfach nicht kann, es sei denn, man heißt Kieron Williamson und kann schon "von Natur aus" malen. Ich muss es jedenfalls noch lernen.

Irgendwann Mitte 2010 habe ich wieder Lust bekommen, es auszuprobieren. Ich habe Graphitstifte, Pastellkreiden und wasservermalbare Buntstifte besorgt, war aber schon nach lächerlich kurzer Zeit derart frustriert, dass ich dieses Anliegen beinahe komplett aus meiner Prioritätenliste gestrichen hätte, wenn nicht Bob Ross (mal wieder) und die Einladung zu einer Atelier-Eröffnung in mein Leben geplatzt wären. So versuche ich es also nochmal, aber falls es wieder nichts wird, weiß nur das Fliegende Spaghettimonster allein, wann ich es je wieder ausprobieren werde.

Status: Ich habe seit meiner Schulzeit (und da eigentlich auch nur widerwillig im Kunstunterricht) so gut wie nichts mehr gemalt. Also, lasst die Spiele beginnen.

15.08.2010 Bergsee mit Bach

Gouache-Farben, Pinsel und Messer
Acrylfarben waren leider nicht zur Hand, deshalb habe ich zu Gouache-Flaschen gegriffen. Der Himmel ist mir sofort in Streifen an der Leinwand heruntergelaufen, weil ich die Farbe zu stark mit Wasser verdünnt hatte. Danach ging es aber ganz gut, allein das Malmesser konnte ich wegen der Dünnflüssigkeit der Farben nicht so einsetzen, wie ich eigentlich wollte. Deshalb sehen die Berge (abgesehen von ihrer unplausiblen Form) ein wenig zerkratzt aus. Ich habe versucht, zu retten, was zu retten war, und bin mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden. Zumindest dafür, dass es das erste Mal nach Jahren war, dass ich wieder einen Pinsel in der Hand hatte.

21.08.2010 Bergsee mit Wiese

Ölfarben, Pinsel und Messer, Nass in Nass
Die Farben wollen noch nicht ganz so, wie ich will. Nachdem ich für meinen Geschmack hinreichend lange mit Büschen und Gestrüpp gekämpft hatte und schlussendlich nicht in der Lage war, bereits vorhandene Farbe durch Auftupfen zu übermalen, musste ich aufgeben und den ganzen verwaschenen Brei mit Bäumen kaschieren. Für das nächste Mal muss ich die Farben gut durchkneten, denn ich vermute, dass sich Lösungsmittel in der Spitze der Farbtuben abgesetzt hatte. Was auf diesem Bild ohnehin nicht zu sehen ist, ist eine weitere Leinwand, die ich direkt zuvor mit zuviel Lösungsmittel vermurkst hatte. Vielleicht gibt die noch irgendwann mal einen guten Hintergrund ab.

Es ist grundsätzlich nicht so, dass ich mir viel aus Bergen und Seen mache, aber an diesen Motiven lässt sich die Nass-in-Nass-Technik, die ich erlernen möchte, am besten einsetzen, so dass ich wahrscheinlich noch eine Zeit lang derart kitschige Arrangements treffen werde. Form follows function ;)
Ich bin bislang zufrieden mit meinem Lernprozess in punkto Handwerksgeschick, aber es gibt noch einige technische Schwierigkeiten, die ich lösen muss, damit ich mit Spaß an der Sache weiter lernen kann. Weil die Aufräumarbeiten bei der Ölmalerei immer ziemlich aufwendig sind (besonders der Farbverdünner, der auch gleichzeitig als Pinselreiniger fungiert, stellt sich an wie eine thermonukleare Explosion im Wäscheschrank), kann ich leider nicht so oft malen, wie ich es mir wünschen würde, aber ich hoffe, dass ich jeweils pro 1-2 Wochen ein Bild malen kann.

27.08.2010

Ich habe noch einen Versuch gestartet. Leider hat es überhaupt nicht funktioniert, so dass ich äußerst frustriert von dannen ziehen musste. Ich kann nur hoffen, dass mich die geglückten Versuche bei der Stange halten können.

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