Warum es keinen Gott geben kann

Ich habe dich durchschaut. Du glaubst an Gott, aber du bist ein wenig im Zweifel. Vielleicht möchtest du jemandem Begründungen dafür zeigen, dass es Gott geben muss, aber dir fällt plötzlich kein zwingender Grund mehr ein. Hmm.

Oder du glaubst nicht an Gott. Aber es kommt dir nicht durch und durch richtig vor, sondern eher ein wenig zerstörerisch und plump, einfach zu behaupten, dass jeder Glaube Unsinn sei. Dir mangelt es an einer tiefen, vernünftigen Überzeugung, die auch wirklich überzeugend ist.

Wie dem auch sei, ich habe dich durchschaut ;)

Auf dieser Seite (beziehungsweise deren Unterseiten) findest du ein paar gute Gründe dafür, dass es keinen Gott geben kann. Falls du danach noch immer kein Atheist bist, hinterlasse mir doch am Ende der Seite einen Kommentar mit einem noch besseren Grund.

Einleitung

"Reicht es nicht zu sehen, dass ein Garten schön ist, ohne dass man auch noch glauben muss, dass Feen darin hausen?"
Douglas Adams

Respekt

Ich habe genug. Ich frage mich: Warum ist der Glaube ein Tabu-Thema? Warum kann ich die Ansichten anderer Menschen in anderen Lebensbereichen nach Herzenslust kritisieren, aber habe sie bei der Frage nach einem Gott gefälligst zu respektieren? Ich habe religiöse Ansichten lange respektiert, aber halte sie mittlerweile für gefährlich genug, um mir diese Neigung abzugewöhnen. Menschen können glauben, was sie wollen, solange sie nicht versuchen, andere Menschen (z.B. Kinder) ebenfalls zu diesem Unsinn zu bekehren. Aber der Glaube an Gott konnte sich nur so lange halten, weil es zwischendurch immer Menschen gab, die ihn vertreten haben, weil man sich als gläubiger Mensch also ständig in guter Gesellschaft befand. Sicherlich kann ich daran nichts ändern, wenn erwachsene Menschen an den Weihnachtsmann oder Osterhasen glauben, aber ich muss es auch nicht respektieren. Ich respektiere Menschen, ja, und zwar deswegen, weil Menschen empfindungsfähige Wesen sind, aber ich respektiere nicht alles, was Menschen tun, sagen oder glauben.
Für mich ist der Glaube eine Frage der Wissenschaft - gibt es einen Gott oder gibt es ihn nicht? Es ist keine Frage davon, ob man sich bei dem Gedanken an Gottes Existenz geborgen fühlt oder ähnliches.

Agnostizismus, Atheismus und Naturalismus

Wenn mich jemand in meiner längst vergangenen Schulzeit nach Gott gefragt hätte, dann hätte ich mich einen Agnostiker genannt. Agnostizismus bezeichnet laut Wikipedia "die philosophische Ansicht, dass bestimmte Annahmen – insbesondere theologischer Art, welche die Existenz oder Nichtexistenz eines höheren Wesens wie beispielsweise eines Gottes betreffen – entweder ungeklärt oder grundsätzlich nicht zu klären sind." Gehandelt habe ich jedoch nicht wie ein Agnostiker, denn ich habe beispielsweise immer auf die Naturgesetze vertraut, also impliziert, dass es keinen Gott gibt, der die Naturgesetze brechen kann.
Später habe ich die Konsequenzen aus meinen Überzeugungen gezogen und mich als Atheisten gesehen, also als jemanden, der überzeugt ist, das es keinen Gott gibt.
Heute würde ich mich als Naturalisten bezeichnen. Leider ist der Begriff nicht leicht zu definieren, deshalb möchte ich kurz erklären, warum ich lieber "Naturalist" als "Atheist" verwende.

Der Begriff "Atheismus" sagt etwas über den Glauben an Gott aus, nämlich dass er nicht vorhanden ist. In meinem Leben hat diese Tatsache keine besondere Bedeutung, denn ich denke, dass viele Dinge nicht vorhanden sind, zum Beispiel intelligentes Pesto, Feen, Einhörner, allmächtige Quietsche-Entchen, Götter, Yetis, Kobolde und so weiter. All diese Dinge gibt es nicht, und mit keinem von ihnen setze ich mich in irgendeinem Maße auseinander, außer in diesem Fall mit Gott. Warum? Nur aus dem Zufall heraus, dass der allgemeine Glaube an intelligentes Pesto nicht besonders weit verbreitet ist, der Glaube an Gott jedoch sehr wohl. Ich höre von Gott an den verschiedensten Stellen und mache mir hier zur Aufgabe, den Glauben an ihn auszuräumen, genauso, wie ich es mit dem Glauben an intelligentes Pesto machen würde, weil ich glaube, dass die Welt besser wäre, wenn erwachsene Menschen nicht an irrigen Glaubensvorstellungen festhielten. Ich bin deshalb in gleichem Maße Atheist oder Antitheist wie ich auch Gegner der Theorie des intelligenten Pestos wäre. Und weil also die Überzeugung, dass es keinen Gott gibt, für mich keine herausragende Überzeugung ist, möchte ich mich lieber als Naturalisten bezeichnen, der überzeugt ist, dass es Hokuspokus wie Magier, Hexenmeister, Götter, allwissende Senfsauce und so weiter eben nicht gibt. Denn der Naturalismus ist eine erwähnenswerte Eigenschaft im Gegensatz zum Atheismus, der ein Schritt auf dem Weg dorthin ist. Ein Atheist kann ohne Probleme daran glauben, dass es Feen und Kobolde und sonstigen beliebigen Unsinn gibt. Deshalb also lieber "Naturalist".

Weil ich aber im Laufe dieser Seite aus offensichtlichen Gründen meistens explizit den Glauben an Gott kritisiere, obwohl ich auch den Glauben an intelligentes Pesto anvisieren könnte, argumentiere ich hier in meiner Eigenschaft als Atheist und nenne mich auch so.

Ob ich ein agnostischer Atheist bin? Nur formal. Natürlich kann niemand mit letzter Sicherheit wissen, wie die Welt wirklich ist, aber es kann auch niemand wirklich wissen, ob Michael Jackson je gelebt hat oder ob der Mond aus Käse besteht. Wenn wir den ganzen nötigen Papierkram beseite lassen, wissen wir natürlich, dass der Mond nicht aus Käse ist, und in diesem Sinne empfinde ich mich auch nicht als agnostischen Atheisten, sondern als Naturalisten, der die Möglichkeit, dass es einen Gott gibt, praktisch ausschließt.

Falls du meinst, dass ich mich streng an die formal erkenntnistheoretisch zulässigen Methoden halten sollte, dann bitte nur unter der Voraussetzung, dass du mir zuerst beweist, dass es dich gibt, damit ich weiß, für wen ich mir die Extra-Arbeit mache.

Hier meine Argumente:

Bitte klicke auf einen der Links, um auf die entsprechende Unterseite zu gelangen.

Nachbemerkungen

Vielleicht stellt sich dir die Frage, ob ich überhaupt auch nur ein winziges Fitzelchen Demut vor der Schöpfung habe. Die Antwort ist: Nein.
Es gibt keine Schöpfung in dem Sinne, wie sie hier gemeint ist. Es gibt einen Haufen Naturgesetze (oder vielleicht auch nur ein einziges, das ist Definitionssache), die bestimmen, welche Strukturen sich im Universum herausbilden. Einige der Strukturen sind für emergente Phänomene verantwortlich, und insbesondere Strukturen, die sich selbst replizieren können, wie beispielsweise lebendige Wesen, besitzen ein sehr großes Grundpotenzial zur Bildung von Emergenzen. Und Emergenzen wiederum begünstigen die Entstehung komplexer Strukturen.
Es gibt keinen Schöpfer und deshalb auch keine Schöpfung. Aber im Laufe der Evolution haben sich derart komplexe Organismen und Prozesse herausgebildet, dass wir heute eine in höchstem Grade erstaunliche und faszinierende Welt beobachten können. Die Welt ist auch ohne Gott (und eigentlich _nur_ ohne ihn) schön und vielseitig genug.
Die Welt ist nicht das, was wir in ihr sehen wollen.
Aber was wir in ihr sehen wollen, bleibt uns überlassen.

Lineare Annäherung

1. Ich muss bereit sein, die Existenz Gottes zu akzeptieren, wenn die Tatsachen dafür sprechen. Ich muss bereit sein, die Nichtexistenz Gottes zu akzeptieren, wenn die Tatsachen dagegen sprechen.
Andernfalls hat die Diskussion keinen Sinn.
2. Gefühle oder Glaube spielen bei der Frage, ob es Gott gibt oder nicht, keine Rolle.
Einfach nur zu behaupten, dass es Gott gibt, reicht nicht aus, um seine Existenz zu belegen.
3. Zirkelschlüsse sind immer ungültig.
"In der Bibel steht Gottes Wort, also ist die Bibel wahr. Und weil die Bibel wahr ist, gibt es auch Gott." Solche Zirkelschlüsse sind immer nichtig, denn sie lassen sich mit beliebigen Behauptungen durchführen.
4. Etwas nur deshalb zu glauben, weil man es nicht völlig ausschließen kann, ist weder sinnvoll noch konsequent.
Ich kann nicht völlig ausschließen, dass Colaflaschen empfindungsfähige und vernunftbegabte Wesen sind. Soll ich aber deshalb gleich davon ausgehen, dass das stimmt? Natürlich nicht. Andernfalls müsste ich konsequenterweise von allem möglichen ausgehen und könnte mich im Leben niemals zurechtfinden, da ja auch alles ganz anders sein könnte, als es den Anschein hat. Ich müsste mich mit Colaflaschen unterhalten, vor Papptellern weglaufen und auf russisch bis 53 zählen, wenn ich den Nachrichten einen Erdrutsch sehe. Kein Mensch handelt so, und es macht auch keinen Sinn, für das Konzept "Gott" eine Ausnahme zu machen. Solange es keinen Beleg für Gott gibt, ist es unsinnig und inkonsequent, daran zu glauben.
5. Eine Theorie, die überprüfbare Vorhersagen macht, ist einer anderen Theorie, die dies nicht tut, vorzuziehen.
Da es um eine Empiriefrage geht, nämlich ob es Gott wirklich gibt oder nicht, sind natürlich Theorien vorzuziehen, die sich empirisch belegen lassen.
6. Eine einfachere Theorie ist einer komplizierten Theorie vorzuziehen, wenn diese ansonsten dasselbe Erklärungsvermögen besitzt. (Ockhams Rasiermesser)
Wenn ich auf einem Weizenacker einen Stein sehe, könnte ich die Theorie aufstellen, dass in dem Stein ein Infrarotsensor verbaut ist, der weder von außen sichtbar ist noch irgendeine sonstige Auswirkung auf den Stein hat. Diese Theorie unterscheidet sich durch nichts als ihre Komplexität von der Theorie, dass es sich ganz einfach nur um einen Stein handelt. Sie muss hinter der einfacheren Theorie zurücktreten, sofern es keine speziellen Belege für die kompliziertere Theorie gibt.

Die meisten angeblichen Belege für die Existenz Gottes lassen sich durch Anwendung dieser Punkte widerlegen.

Eine alternative Religion

Außer Religionsbüchern (Bibel, Koran usw.) und ihrer Vorstellung von Gott haben gläubige Menschen nichts in der Hand. Ein abschließendes Argument gegen Religionen wäre also eine alternative lächerliche Religion, die genauso plausibel ist wie die schon bestehenden Religionen.

Ich bin für das allmächtige (außer in Hinsicht auf die Erschaffung von Hunden) und unsichtbare poröse Knäckebrot. Die Kunde davon ist zehntausend Jahre alt (also viel, viel älter als die Bibel oder der Koran) und wurde mündlich in meiner Familie überliefert. Das Knäckebrot hat das Universum und die Erde und alle Lebewesen darauf erschaffen, außer den Hunden, weil es dazu leider nicht in der Lage ist. Glücklicherweise haben wir Menschen Hunde aus Wölfen gezüchtet, so dass dieses Manko nicht weiter ins Gewicht fällt.

Wer irgendwelche Argumente gegen das Knäckebrot vorbringen kann, kann dieselben Argumente auch gegen Gott verwenden. Ich finde, das allein reicht aus, um Gott zu einer lächerlichen Kinderfantasie zu machen.

Eine letzte Anmerkung

Diese Seite wird über Google relativ häufig gefunden und aufgerufen. Vielleicht hast du Lust, sie zu kommentieren und somit um einen oder mehrere wesentliche Punkte zu erweitern. Tu dir keinen Zwang an - die Wahrheit ist für alle da, es gibt genug davon...

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