Mein iPad Bericht

Pünktlich einen Monat vor dem Erscheinen des iPads2 in Deutschland und der massiven Preissenkung des alten iPads habe ich mir eins zugelegt. Was mich da genau geritten hat, möchte ich hier nicht sagen, selbst wenn ich es wüsste :)

Vorstellung


Mein iPad ist ein Tablet-PC von Apple mit einem 1GHz-Prozessor, 32GB Flash-Speicher und besitzt weder GPS noch mobiles Internet in Form von HSDPA oder UMTS.

In der Grundausstattung ist das iPad ein bisschen schwach auf der Brust - es sind folgende Programme darauf installiert:
- ein Reader für eBooks (iBooks)
- eine Kartenanwendung
- ein Notizblock
- eine Youtube-Applikation
- ein Videoplayer
- ein Fotoalbum
- eine Medienbibliothek
- ein Browser (Safari)
- ein Mailprogramm
- eine Kontaktverwaltung
- ein Kalender

Weitere Programme (Apps) können über Apples Appstore installiert werden und sind entweder gratis oder kosten üblicherweise zwischen etwa 80 Cent und 6 Euro. Wärend ich dies schreibe, sind etwa 65.000 Apps im Store erhältlich, dazu kann man weitere zigtausend Apps für das iPhone verwenden, was aber keinen besonderen Spaß macht.

Das Betriebssystem des Pads ist iOS, ein Betriebssystem aus der ferneren Verwandtschaft der Unix-Familie, aber innerhalb der Apple-Lizenzen gibt es keine Shell, so dass man dem System den Unix-Unterboden nicht anmerkt. Der Benutzer wird vollständig auf einer grafischen iOS-Oberfläche gehalten.

Nutzung


Szenarien


Das iPad ist ein idealer Begleiter an alle Orte, wo man sich möglicherweise langweilen könnte, oder wo ein WLAN-Anschluss verfügbar ist und man keinen vollwertigen Rechner zum Arbeiten braucht.

Ich nehme mein iPad überallhin mit, wo ich mich länger aufhalte, und nutze dort je nach Bedarf den simplen, aber ganz gut bedienbaren Browser, das Mailprogramm und den sonstigen Internet-Schnickschnack, den jeder Netz-affine Mensch ständig mit sich herumtragen muss. Zu meinem täglich Brot gehört auch die Administration einiger Web-basierter Projekte, so dass ich mich ohne mobilen Browser als kaum handlungsfähig wahrnehme. Zur Not kann das auch mein Nokia N97 übernehmen, aber das große Display des iPads macht das natürlich sehr viel angenehmer.

In Warte- oder Mußezeiten schätze ich den Podcast-Client des iPads, lese Bücher oder PDFs oder spiele auch mal etwas. Zum Glück lassen sich einige Dinge auch gleichzeitig tun, zum Beispiel Patience und Podcast, so bleibe ich doppelt auf Zack. Ich bin, seit ich das iPad besitze, ein Podcast-Fan geworden, weil ich sie endlich mit mir herumtragen kann, was selbst mit einem Laptop oder Netbook noch zu schwerfällig ist. Weil ich während der meisten Podcasts aber nichts erledigen kann, wofür ich mich konzentrieren müsste, mache ich nebenbei den Abwasch oder spiele ein Spiel.

Für meine Bedürfnisse im Arbeitseinsatz ist das iPad jedoch, ehrlich gesagt, nur sehr bedingt tauglich. Als Web-Programmierer benötige ich beispielsweise eine volle Entwicklungsumgebung, und die ist für das iPad einfach nicht denkbar. Dazu braucht man einen großen Bildschirm und eine Maus. Auch der Browser ist für meine Nutzungsgewohnheiten ein bisschen zu schwach auf der Brust. Ich habe durchschnittlich etwa 40 Tabs in 10 Fenstern geöffnet, was mit dem iPad so nicht handhabbar ist. Für diverse Web-Anwendungen ist das iPad darüber hinaus auch nicht geeignet, so lässt sich mit ihm weder Flash noch das JavaScript-Plugin TinyMCE benutzen. Auch Inputfeld-Focus-Anweisungen lassen sich mit dem iPad nicht realisieren. Für die wirkliche Arbeit benötige ich also nach wie vor meinen Laptop.

Auch in der Freizeit kann ich nicht auf meinen Laptop verzichten, das ist klar. Ich benutze beispielsweise das Reason Record Duo von den Propellerheads, um Musik zu machen, und dafür ist schon der Laptop-Bildschirm fast nicht ausreichend, geschweige denn, dass es die Anwendung für das iPad überhaupt gäbe.

Das iPad ist kein Computer- oder Laptop-Ersatz, nein, nein, nein. Aber es kann einige Dinge, die ein Smartphone oder ein Laptop kann, wesentlich besser, und hat aus diesem Grund eine nicht zu vernachlässigende Daseinberechtigung.

Meine Apps


Ich habe jetzt gerade, wo ich dies schreibe, 133 Apps installiert und die Hälfte meines Speichers belegt, möchte aber hier nur die von mir regelmäßig genutzten Apps angeben oder zumindest die, deren Anschaffung sich irgendwie für mich gelohnt hat:

Grafik:
- Sketchbook Pro (zum Zeichnen)
- Adobe Ideas
- Drawing Box
- PS Express
- Fluid FX

Musik:
- Virtuoso (die ältere Version war besser)
- Beatwave
- Digi HD Lite
- Looptastic
- MelodicaFree
- Shiny Drum
- Classical (Gitarre)

Kommunikation:
- Teamviewer
- Skype
- IM+

Shopping:
- eBay
- Windowshop (Amazon)

Tools:
- PCalc Lite (Taschenrechner)
- Dropbox
- WallpapersHD
- Clinometer
- Quickvoice

Info:
- appgefahren
- n-tv
- N24
- ON AIR (Fernsehprogramm)
- TV Movie HD (dito)
- AccuWeather
- Weather Lite
- UCI Kinowelt
- Google Earth
- PSE HD (Periodensystem der Elemente)
- Dt.Gesetze

Spiele:
- Angry Birds
- Bees vs. Ants
- VeggieSamurai
- Osmos HD
- MX Mayhem
- CanKnockDown
- Air Hockey
- Cut the Rope
- Zombie Cafe
- WackaMonsta
- Lasers Free
- Blocks
- Spikeball For 2
- Real Sol. Free (Solitair)

Was ich noch suche:
- benutzbares SSH Interface
- guten Internet Radio Client
- gute Spiele

Meine Erfahrungen


Update auf iOS 4.3


Nach dem Update meines iPads ging gar nichts mehr. Die Flunder wurde nicht mehr erkannt und musste auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Das hat schätzungsweise 12mal nicht funktioniert, ich bekam sehr häufig Fehler -1 und am Schluss nochmal Fehler 37, und dann endlich konnte ich das Pad zurücksetzen. Dafür, dass ich es ja eigentlich gar nicht wollte, musste ich mir ziemlich viel Mühe geben und war schon drauf und dran, den Support zu kontaktieren.

Aber damit hatte ich es erst zurückgesetzt. Die Wiederherstellung klappte auch nicht auf Anhieb, sondern erforderte etwa fünf Anläufe, bis das Gerät synchronisiert werden konnte. Zwischendurch blieb es mal für ein paar Minuten komplett schwarz und reagiert auf nichts mehr, auch nicht auf den Affengriff. Dann aber hat sich die Wiederherstellung der Daten als fast perfekt herausgestellt - bis auf wenige durchaus hinnehmbare Abweichungen (Mails, Status von Podcasts) wurde das Pad komplett in den Zustand versetzt, in dem ich das Update gestartet hatte, nur eben inklusive Update :)

Positive Erfahrungen


- Die Touch-Steuerung ist gelungen umgesetzt und reagiert ziemlich präzise und schnell.

- Das iPad ist schnell zur Hand und betriebsbereit. Für "eben schnell mal ..." bestens geeignet.

Negative Erfahrungen


- Die Synchronisation mit iTunes produziert bei mir ständig irgendwelche Fehler, das finde ich irgendwie unprofessionell. Ich muss in der Regel 2-3 mal nacheinander synchronisieren, damit alles miteinander abgeglichen wird.

- Man kann ohne eine Drittanbieter-App keine Podcasts auf dem iPad abonnieren. Warum? Frag mich nicht, ich weiß es nicht.

- Es ist schwierig bis sehr schwierig, mit dem iPad zu drucken.

- Einige Podcasts, die ich heruntergeladen habe, brechen reproduzierbar irgendwo in der Mitte ab, und der nächste Podcast wird angespielt. Spule ich über die betreffende Stelle hinüber, kann ich den Podcast jedoch weiter hören. Irgendwas funktioniert da nicht ganz richtig.

- Das iPad hat Schwierigkeiten mit WEP-verschlüsselten WLAN-Netzen. Das kann dazu führen, dass man sich in solche Netze nicht einloggen kann. Okay, WEP ist veraltet, das kann man verschmerzen.

- Die volle Kontrolle über Google Street View ist auf dem iPad nicht gegeben, dabei ist das iPad ein erstklassiges Gerät für die Nutzung von Street View.

- Das iPad als mobiles Office-Gerät zu verwenden und z.B. Text-Dateien von unterwegs aus zu verändern, ist so ohne weiteres nicht möglich.
[Am 08.03.2011 um 08:24 Uhr von Hexe erstellt und zuletzt am 18.03.2011 um 15:12 geändert.]
22.05.2011 - 23:29 Uhr     melli# 60
tja, an sich ne gute idee so ein pad, aber die politik von apple mit ihrem geschlossenen system macht vieles zu einem hindernis. ich denke, es wird nicht lange dauern bis andere hersteller mit offenen systemen nachlegen und so auch eine schöner kompatibilität zustande kommt.


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