Mein Garnelenbecken

14.01.2010 - Tag 1


Es ist seltsam, das erste Mal Tiere einzukaufen. Ich habe mich für 4 der beliebten "Red Cherry"- oder "Red Fire"-Süßwasser-Zwerggarnelen (Neocaridina denticulata sinensis, über die Nomenklatur wird noch gestritten) entschieden, weil sie einfach zu halten sind und schön aussehen. Ich habe von Tuten und Blasen kaum eine Ahnung, lasse mir aber nichts anmerken, immerhin kenne ich ein paar Wasserpflanzen und Schnecken mit ihrem deutschen Namen. So nehme ich dann auch noch zwei Mooskugeln (Cladophora aegagrophila) dazu, die man korrekterweise eher als Algenbälle bezeichnen müsste, sowie einen Heizstab.

Nachdem ich die Wirbellosen langsam an ihr neues Zuhause gewöhnt und "zu Wasser gelassen" habe, beginnen sie auch schon eifrig, in den Mooskugeln herumzuschnabulieren. Sie sind wirklich putzig.

15.01.2010 - Tag 2


Ich kaufe noch eine Kleine Sumpfbinse (Eleocharis parvula) und zwei Geweihschnecken (Clithon sp.), die mir helfen können, die Algen im Zaum zu halten. Ich lasse die Sumpfbinse vorerst in ihrem Plastiktopf, weil ich die gesamte Population später in das größere 20-Liter-Aquarium umsetzen möchte.








16.01.2010 - Tag 3


Eine der Garnelen konnte sich wohl nicht an ihrem neuen Wohnort akklimatisieren und ist mir über Nacht leider eingegangen. Ich habe sie aus dem Becken entfernt und sofort einen Teilwasserwechsel gemacht sowie die Pflanzen extra gereinigt.
Durchs Wasser zogen sich mit der Zeit grünliche Algenweben, ich bin besorgt um den Sauerstoffgehalt.
Ich beschließe, den Deckel nicht ganz zu schließen, sondern einen größeren Spalt weit offen zu lassen, um einen besseren Gas-Austausch zu ermöglichen.

Links ist mein aktueller Triops-Ansatz zu erkennen, rechts wohnen meine Garnelen. Beide Becken stehen zur Zeit im Aquarium, damit ich die Temperatur besser regeln kann.




Ich mache mir nichts vor - jeder angehende Nano-Aquarianer geht das Risiko ein, durch die eigene Noch-Unwissenheit das Ableben seiner Schützlinge zu verschulden. Ich muss mich gut informieren und mein Bestes geben, mehr kann ich nicht tun.

17.01.2010 - Tag 4


Wie es aussieht, geht es den drei übrigen Garnelen gut, auch wenn ich weder über den nötigen Einblick noch über hilfreiche diesbezügliche Erfahrungswerte verfüge, um so etwas zu behaupten.
Die Nahrungsaufnahme der kleinen Krebse regt dazu an, lauthals loszulachen: Mit Hilfe ihrer vier winzigen filigranen Scheren stopfen sie alles, was sie auf einer Mooskugel oder im Sand finden, pausenlos in sich hinein, wobei sie dann auch mal mit gezielten Griffen jedes Sandkorn einzeln hochheben. Mit dem bloßen Auge kann man die Scheren kaum erkennen, aber die Videos aus der Kamera lassen mich auch beim zehnten Mal noch schmunzeln. Sie stochern so beherzt drauflos, dass man ihnen den Appetit förmlich ansehen kann.

Es ist schwierig für mich, die Tiere richtig zu füttern, denn sie machen den Eindruck, als fänden sie in den Pflanzen alles, was sie zum Leben bräuchten. Ich möchte es ihnen so angenehm wie möglich machen, und dazu gehört natürlich auch das Füttern, aber wenn ich zuviel verfüttere, könnte das Futter im Becken verderben. Ich werde mich wohl erst einmal zurückhalten. Ein wenig Futter habe ich ohnehin schon wieder aus dem Becken gefischt.

Diese Garnelen sind faszinierende Tiere. Einerseits sind sie Wirbellose, und ich habe zugegebenermaßen keine großen Skrupel, sogenannten Krabbensalat zu verspeisen, aber andererseits sind sie auch so komplex und elegant, dass ich sie gerne vermenschliche und ihnen beim Verputzen von Algen zusehe. Ich hoffe jedenfalls, dass sie es lange bei mir aushalten werden.

Die größte von ihnen hat seit einiger Zeit die Angewohnheit, ihre Schwimmbeine immer wieder kurz auszuklappen. Ich weiß nicht, ob das ein bestimmtes Zeichen für etwas ist - für mich sieht es fast nach einer Art Juckreiz aus, oder als hätte sich ein Schwimmbein irgendwo verfangen. Zu sehen ist aber nichts.

Bei der Futtersuche gehen die Garnelen nicht immer besonders zimperlich vor. So kann es schon mal sein, dass sie sich zwischen Beckenwand und eine Mooskugel quetschen und die Kugel dabei ein Stück wegrollen. Auch ansonsten hängen sie gern mal kopfüber an einer der Kugeln.

18.01.2010 - Tag 5


Diese Garnelen sind einfach niedlich. Kaum habe ich den Ausströmer meiner neu erworbenen Eheim Luftpumpe mal testweise ins Becken gesetzt, wird er auch schon von zwei Garnelen belagert, wobei eine unter der Kugel kauert, während die andere darauf steht und mit ihren mikroskopischen Scheren daran herumknipst. Grund dazu gibt es außer Neugier wahrscheinlich keinen, denn der Ausströmer ist aus sterilem Plastik, und es können sich noch keine Algen daran abgesetzt haben.

Ich bin froh, dass es den Dreien anscheinend gut geht. Und um den Sauerstoffgehalt muss ich mir wegen der Pumpe auch keine großen Sorgen mehr machen. Im Gegenteil könnte es sein, dass den Pflanzen nun das nötige CO2 fehlt, um sich zu entwickeln. Das muss ich wohl noch eine Zeit lang beobachten.

19.01.2010 - Tag 6


Ich habe den Garnelen heute einen 3er-Röhrenstapel aus Ton mitgebracht, falls sie mal Lust haben, in die Röhre zu gucken. Nach etwa 15 Minuten sitzen die beiden kleinen oben auf den Röhren, während die große in die unterste Röhre gekrochen ist. Ich denke, dass es ihnen gefällt.

Wer mehr über die Garnelen erfahren möchte, lese bitte im Artikel Mein Nano-Aquarium weiter.

Besatz


3 Zwerggarnelen "Red Fire" oder "Red Cherry" (Neocaridina denticulata sinensis var. "Red")
2 Geweihschnecken (Clithon sp.)
2 Mooskugeln (Cladophora aegagrophila)
1 Kleine Sumpfbinse (Eleocharis parvula)
1 Plattwurm (mindestens)
[Am 17.01.2010 um 22:04 Uhr von Hexe erstellt und zuletzt am 19.01.2010 um 19:49 geändert.]
14.02.2010 - 15:52 Uhr     melli# 47
ui, wie putzig. was du alles so treibst, haha. ich muss mal wieder vorbei kommen und mir das alles ansehen!
Ja, vielleicht habe ich bis dahin ja schon wieder eine neue Generation von Jungtieren ;)


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