Mein Blade mSR

Am 04.01.10 habe ich mir einen ferngesteuerten E-flite  Blade mSR Mini-Helikopter besorgt. Meine Erfahrungen damit beschreibe ich im Folgenden.

Einen Heli mit 4 Achsen zu steuern ist schwieriger, als sich viele Leute vorstellen - glücklicherweise hatte ich vor einigen Monaten die Gelegenheit, dies an einem Simulator zu üben.

4 Achsen - das bedeutet in diesem Fall
1. Höhe (Geregelt durch die Geschwindigkeit des Hauptrotors)
2. Eigenrotation (Geregelt durch die Geschwindigkeit des Heckrotors)
3. Neigung nach vorne und hinten (Geregelt durch Bewegung der Taumelscheibe)
4. Neigung nach links und rechts (Geregelt durch Bewegung der Taumelscheibe).

Anschaffung


Der Blade mSR ist ein günstiger Mini-Helikopter, der durch seinen Single-Rotor-Aufbau zwar echtes Heli-Feeling vermittelt, aber dennoch recht stabil in der Luft liegt und somit auch für Einsteiger geeignet ist. Ich habe mich (vornehmlich auf die Empfehlung meines Bruders hin) für dieses Modell entschieden, um eine gutmütige Fluglage mit hoher Dynamik zu verbinden, die über längere Zeit begeistern kann. Koaxial-Helis (mit zwei Hauptrotoren) sind wahrscheinlich sehr viel einfacher zu fliegen, lassen jedoch nicht die flinken Manöver zu, die mit Single-Rotor-Helis erreicht werden können.

Meine Wahl war das "BNF" (Bind And Fly) Paket, in dessen Lieferumfang sich keine Fernbedienung befindet. Dazu habe ich die Spektrum DX6i-Anlage gekauft, um auch andere Modelle steuern zu können, falls ich mal vorhabe, ein Flächenmodell (Flugzeug) anzuschaffen.

Vorbereitung


Viel ist nicht zu tun gewesen. Ich habe Batterien in die Fernsteuerung eingesetzt, die Heli-Akkus geladen und dann Fernbedienung und Heli in einem "Bind"-Prozess aufeinander abgestimmt. Mit Expo habe ich noch nicht gearbeitet.

04.01.2010 - Erster Tag


In meiner kleinen Wohnung war kaum an einen echten Flug zu denken. Ich habe versucht, den Heli aus der Hand zu starten und dann in der Luft auszutrimmen, um zumindest einmal ein paar Sekunden in der Luft bleiben zu können, aber mehr als ein paar Hopser habe ich zunächst nicht hinbekommen, dann musste ich stets notlanden. Naja, man kann es natürlich auch "Crash" nennen.
Beim dritten oder vierten Crash hat sich das Kabel für den Heckrotor halb gelöst, so dass es zu einer instabilen Verbindung kam und der Heli in eine (flugunfähige) Eigenrotation verfallen ist. Ich habe das Modell mit an meine Arbeitsstelle genommen, um alles genau zu prüfen und mehr Platz für das Fliegen zu haben, und dort ist mir schließlich der Fehler aufgefallen. Ich war sehr erleichtert, dass der Defekt behoben werden konnte.

Nachdem das Kabel wieder befestigt war, kam das wirkliche Austrimmen an die Reihe. Ein bisschen geschwitzt habe ich schon, denn wenn man an sich kaum in der Lage ist, einen Heli zu steuern, ist das Trimmen auch schon ein Abenteuer. Etwa eine Akkuladung habe ich gebraucht, um das Modell auszubalancieren. Dann bin ich zurück zu meiner Wohnung gefahren.

Dort angekommen, war ich schon sehr viel sicherer bei der Steuerung. Vielleicht machte sich hier meine Erfahrung am Simulator langsam wieder bemerkbar, doch mehr als einfaches, waagerechtes Schweben war nicht möglich. Entfernte sich das Modell von mir, konnte ich nur jeweils einen Steuerknüppel-Ausschlag (eine Achse) kontrollieren, um es wieder heranzuholen, eine Kombination mehrerer Achsen hätte mich überfordert. Aber es klappte schon ganz gut, und ich konnte manchmal bis zu etwa einer Minute in der Luft bleiben. Die Ausflüge endeten jedoch trotzdem meistens in Crashes.

Ich habe noch nicht versucht, den Heli vom Boden zu starten, sondern lasse ihn direkt aus der Hand in die Luft gleiten. Vielleicht probiere ich es morgen einmal. Auf ein Flächenmodell (z.B. die Micro Mustang P-51D) hätte ich auch große Lust, da werde ich mich in der nächsten Zeit noch einmal gründlicher informieren.

06.01.2010 - Tag 3


Der Blade fliegt noch immer, wie es sich gehört. Ab und zu lösen sich die Kabel für Heck- oder Hauptrotor, und mit der Zeit lockert sich auch das Landegestell, doch wenn man die Fehlerquellen erkannt und beseitigt hat, schwebt der Heli zuverlässig und stabil.

Ich habe mir angewöhnt, die Sticks mit jeweils zwei Fingern statt mit dem Daumen zu führen. Das war anfangs ein ungewohntes Gefühl, aber die Manöver lassen sich so präziser steuern, und das ist mir in der derzeitigen Lernphase sehr wichtig.

Wegen der Hellhörigkeit meiner Wohnung fliege ich nicht, sooft ich Lust habe, und ich verbrate auch keine zwei Akkus hintereinander, denn der mSR hört sich trotz seiner geringen Größe in etwa so an wie ein Staubsauger. Statt eines phosphoreszierenden Rahmens hätte E-flite lieber einen Schalldämpfer auf den Markt bringen sollen. :)

09.01.2010 - Tag 6


Nach zahlreichen Crashes war offenbar der Servo gestört, der die Taumelscheibe (und damit den ganzen Heli) nach links oder rechts bewegt. Ich habe ein paar Minuten über dem Problem gebrütet und schon ein Kabel im Verdacht gehabt, dessen Ende einfach so in der Luft hing. Das Kabel ging aber von der anderen Seite des Helis aus als der gestörte Servo, daher musste ich annehmen, dass es sich dabei um die Empfänger-Antenne handelt.

Ich hatte schon die Befürchtung, einen neuen Heli besorgen zu müssen, fand jedoch schließlich heraus, dass das Ritzel des Servos einen Millimeter zu weit oben hing, so dass die Mechanik der Taumelscheibe nicht mit dem Servo bewegt werden konnte. Der ganze Servo war in seiner Halterung ein kleines Stückchen nach oben gerutscht und nicht mehr mit der Taumelscheibe in Verbindung. Nachdem ich die kleinen Zahnrädchen wieder miteinander in Kontakt gebracht hatte, flog der Heli tadellos.

Nur das Landegestell, welches einigen Berichten zufolge offenbar den Schwachpunkt des Helis darstellt, ist in der Zwischenzeit gebrochen, aber ich starte ihn ohnehin noch immer aus der Hand, so dass es nicht viel ausmacht. Das Fach für den Akku hängt zwar leider auch am Landegestell, aber noch liegt er, wie gesagt, einigermaßen stabil in der Luft. Ich hoffe, dass man die Landegestelle auch in Deutschland einzeln bestellen kann und nicht so lange auf die Auslieferung warten muss. Ich glaube, ich bestelle gleich zwei ;)

15.01.2010 - Tag 12


Ich konnte das Landegestell in der Zwischenzeit wieder zusammenkleben, und zwar unter Zuhilfenahme von Sekundenkleber, eines Wattestäbchens (einen Teil davon habe ich als Stabilisations-Schiene benutzt) und etwas Nähgarn. Sicherheitshalber hatte ich aber noch ein Landegestell bestellt, welches nun zusammen mit 2 Hochleistungs-Akkus eingetroffen ist. Die Akkus (Lithium-Polymer-Akkus, kurz Lipos) haben zwar denselben Anschluss, sind aber ein kleines bisschen dicker als die Standard-Akkus, so dass man sie ins Landegestell hineinquetschen muss. Naja, Hauptsache, es geht irgendwie.

Der Heli hört sich mittlerweile rein vom Klang her sehr viel unsauberer an an als Anfang, aber bis jetzt macht er kaum Mucken. Mir ist aufgefallen, dass die Ausschläge des Taumelscheiben-Servos, der die Vor- und Zurückbewegung veranlasst, nicht mehr genügt haben, also habe ich meine Fernbedienung so eingestellt, dass der Servoweg verlängert wird. Nun man kann ihn wieder ganz gut steuern.

17.01.2010 - Tag 14


Gestern ist das neue Landegestell an zwei Stellen gebrochen, es wird schwierig, das zu reparieren. Das alte Gestell ist, wie bereits erwähnt, wieder funktionsfähig, aber durch die abenteuerliche Konstruktion setze ich kein allzu großes Vertrauen in dieses Ding. Ich muss wohl nochmal eins (oder zwei) bestellen. ^^

Positiv ist, dass ich mit der Zeit alle möglichen mechanischen Fehlerquellen schon einmal gesehen habe und nun sehr schnell prüfen kann, was mit dem Heli nicht stimmt, sollte es nötig sein. Und das ist es.

28.01.2010


Seit einiger Zeit ist das reparierte erste Landegestell auch wieder komplett zerbrochen und nicht mehr zu reparieren. Die Taumelscheiben-Servos sind total verstellt, und ich muss mich mal gründlich damit auseinandersetzen, sie wieder zu justieren.
[Am 04.01.2010 um 19:48 Uhr von Hexe erstellt und zuletzt am 17.01.2010 um 23:25 geändert.]
18.01.2010 - 15:26 Uhr     Kont# 45
macht wie immer spass beim lesen. Könnte natürlich auch an meiner Drehflügleraffinität liegen ;-)


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