Schreiben

Wer schreibt, muss den Optimismus besitzen, dass in einer leeren Seite das Potenzial eines Bücherregals schlummert. Ich bin dazu nur selten in der Lage, aber ich mag die Ausdrucks- und Transportfähigkeit der Sprache und die Möglichkeiten und Variationen, Geschriebenes zu interpretieren. Deshalb schreibe ich ab und an Gedichte, von denen ich hier auf Pandorama einige ausstelle, sowie auch einige längere Prosa-Texte, die ich so lange unter Ausschluss der Öffentlichkeit weiterentwickle. bis sie fertig sind.

Eine Leseprobe aus einem Projekt mit dem Arbeitstitel "Drachenbrut" gibt es jedoch hier zu besichtigen.

Ähnlich wie Musik sehe ich Texte als ein Instrument, Gefühle anzuregen, aber darüber hinaus vermögen Texte auch in großem Maße, Gedanken anzuregen - etwas, wozu Musik nicht in der Lage ist. Deshalb würde ich auf eine einsame Insel auch eher unbegrenzt Lesestoff als unbegrenzt Musik mitnehmen. Weil ich in Gedanken genauso gern wie in Gefühlen schwelge.

Ich nehme mir auch regelmäßig vor, Tagebuch zu schreiben, weil ich aufgrund meines herausragend schlechten Gedächtnisses nur so im Nachhinein Aufschluss über meine Vergangenheit erlangen kann, aber das halte ich nie lange durch, wie die Erfahrung zeigt.

Schreiben ist für mich eine Möglichkeit, Gemütszustände und Gedankengänge zu konservieren und an vergangenes Gedachtes und Gefühltes anzuknüpfen. Mir persönlich fällt es schwer, etwas, das ich mir nur ausdenke, weiterzuentwickeln, ohne es aufzuschreiben. Irgendwann verliere ich dann die einzelnen Nuancen des Phantasiegebildes, weil sich die Weiterentwicklungsmöglichkeiten unendlich verzweigen und an den Rändern ausfransen.
Wenn ich schreibe, dann schränke ich meine Phantasie zwar in gewisser Weise ein, weil ich das Gedachte auf eine einzige Alternative begrenze, aber dafür kann ich mich wieder auf die Zukunft meiner Gedankengänge konzentrieren, anstatt in einem Wust aus Möglichkeiten zu versinken.
[Am 15.08.2008 um 18:21 Uhr von Hexe erstellt und zuletzt am 15.08.2008 um 18:21 geändert.]
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